„Offene Werkstatt“

Werkstattluft geschnuppert
Kolpingsfamilie Günzburg ermöglicht mit Projekt „Offene Werkstatt“ Einblicke in Berufe

In acht Betriebe konnten die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Wasserburg hineinschnuppern. Und zu riechen gab es einiges: in Bäckerei und Restaurant machten Küchen- und Backdüfte Appetit, nach Erde roch es in der Gärtnerei, den Duft von Holz konnten sie in Zimmerei und Schreinerei aufnehmen, der Geruch von Shampoo stieg ihnen beim Friseur in die Nase und wieder ganz anders roch es in der Maler- oder Metallbauwerkstatt. All diese Betriebe besuchten sie im Rahmen des Projekts „Offene Werkstatt“, das die Kolpingsfamilie Günzburg zur Unterstützung der Berufsorientierung der 7. und 8. Klässler umgesetzt hatte.
Im Mittelpunkt stand die Berufsorientierung der Jugendlichen. In Ergänzung zu den schulischen Angeboten unterstützte die Mittelschule Wasserburg das Projekt, um ihren Schülerinnen und Schülern Kontakte zu Betrieben in örtlicher Nähe zu ermöglichen. Auch die Handwerksbetriebe waren gerne bereit, auf die Anfrage der Kolpingsfamilie einzugehen. Für sie stand die Suche nach Nachwuchs im Mittelpunkt. Sie konnten erfolgreich den über 40 Jugendlichen vermitteln, dass das Handwerk ein hochqualifizierter Bereich ist. Sie informierten die Schülerinnen und Schüler über typische Materialien, Arbeitsschritte und Werkzeuge, aber auch Ausbildung und Aufstiegschancen. Überall konnten die interessierten Jugendlichen auch selbst Hand anlegen und Werkzeuge und Arbeitsschritte ausprobieren.
Die Bäckerei Reiter war bei den Schülerinnen und Schülern der 7. und 8. Klasse der Mittelschule sehr gefragt, so dass sie gleich zwei Vormittage anbieten musste. Hier konnten die Jugendlichen Infos über das Bäcker- und Konditorenhandwerk erfahren. Die Schüler durften selbst Käsestangen und Dauergebäck backen und so praktische Eindrücke von diesen Berufen sammeln.
Die Verarbeitung von Lebensmitteln stand auch beim Besuch im Restaurant Pfeffermühle im Mittelpunkt. Der Inhaber beantwortete geduldig die vielen Fragen der interessierten Schüler. Anschließend ging es ans Kochen. Manch einer übte sich zum ersten Mal am Trennen von Eiern. Diese wurden für die Gnocchis gebraucht, die die Jugendlichen kochten. Nach all der Anstrengung in der Küche durften sie sich noch am Buffet bedienen.
Eine ganz andere Welt betraten sie in der Gärtnerei Osterlehner in Günzburg. Hier erfuhren sie Interessantes über Schnitt- und Topfblumen.
Besonders die Jungs fühlten sich vom Besuch in der Zimmerei Barner angesprochen. Nach fachkundiger Information über die Arbeiten und Materialien sahen sie zu, wie die Verbindung von zwei Balken hergestellt wird und griffen selbst zum Hammer um eine Dachkonstruktion zu nageln.
Die Mädchen folgten dafür gerne der Einladung in den Friseursalon Lang. Herr Lang zeigte ihnen zunächst anhand einer Präsentation, welche Voraussetzungen für den Beruf der Friseurin gegeben sind. Nach den wichtigen Infos konnten die Schülerinnen an Frisierköpfen das Eindrehen von Haaren üben.
In der Schreinerei Klingauf zeigte der Chef die Büro- und Werkstatträume. Neben vielen Infos rund um die Tätigkeiten, Materialien und Maschinen stand bei den Jugendlichen vor allem das praktische Erleben im Mittelpunkt. Mit sehr viel Spaß sägten, frästen und bohrten sie Holzteile, die sie dann zu einem Stövchen zusammensetzten, das sie mit nach Hause nehmen durften.
„Bunt“ ging es beim Maler Neidl zu. Die Schülerinnen und Schüler besichtigten die großen Ausstellungsräume mit verschiedenen Tapeten, Farben, Wandbeläge, Decken etc. Der Meister führte auch die Mischmaschine vor. Im Anschluss gestalteten die Jugendlichen Platten mit Farben und Rollen.
Auch in der Schlosserei Oberauer wurden Jugendliche vertraut gemacht mit den Materialien, Werkzeugen und Maschinen. Sie durften sich selbst erproben beim Schweißen und Schleifen, dem sie mit großer Freude nachkamen.
Viele interessante Einblicke und wichtige Informationen erhielten die Schülerinnen und Schüler, die ersten Praktika wurden bereits vereinbart. So sind sich das Ehepaar Stricker, das das Projekt in Günzburg umgesetzt hat, die Schulleitung und die Meister der Handwerksbetriebe einig, dass das Projekt „Offene Werkstatt“ für alle Beteiligten ein Erfolg war. Vor allem den Schülern konnten die Eindrücke der Nachmittage in den Betrieben helfen bei der Entscheidung für oder gegen einen Beruf.
Insgesamt nahmen 45 Jugendliche das Angebot zur Berufsorientierung wahr und besuchten einen oder mehrere der acht Betriebe. Die Kolpingsfamilie Günzburg organisierte das Projekt „Offene Werkstatt“, wie auch knapp zehn weitere Kolpingsfamilien im Bistum. Gefördert wird das Projekt durch die Soziallotterie Aktion Mensch, die außer der Behindertenhilfe und -selbsthilfe auch Projekte der Kinder- und Jugendhilfe unterstützt.

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